Ellen White zur Berechnung der Wiederkunft

Bild oben: Ausschnitt aus: Ellen G. White, „Für die Gemeinde geschrieben“, S. 199; Copyright © 2020 Tina Eißner

Immer wieder haben Adventisten versucht, Daten für die Zukunft prophetisch zu berechnen. Das überrascht, weil Jesus davor warnte (Mt 24,36: „Von jenem Tag aber und jener Stunde weiß niemand …“). Natürlich hat sich auch Ellen White wiederholt gegen Spekulationen jeglicher Art ausgesprochen. Ihre wichtigsten Aussagen haben wir hier zusammengetragen.

Negative Auswirkung von Zeitberechnungen

Ellen White warnt immer wieder vor den negativen Konsequenzen, wenn Daten für die Zukunft genannt werden. Lassen wir sie nun selbst zu Wort kommen:

„Viele, die sich selbst Adventisten nannten, haben eine bestimmte Zeit festgesetzt. Immer wieder ist der Zeitpunkt für das Kommen Christi vorhergesagt worden. Die Folge davon waren wiederholte Fehlschläge. Uns wird erklärt, dass die genaue Zeit der Wiederkunft unseres Herrn außerhalb des menschlichen Erkenntnisvermögens liegt. Selbst die Engel, die dienstbaren Geister der zukünftigen Erben des Heils, wissen weder Tag noch Stunde. ‚Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel nicht im Himmel, sondern allein mein Vater.‘ (Mt 24,36) Weil die wiederholt festgesetzten Zeitpunkte ereignislos vorübergingen, hat die Welt viel entschiedener als zuvor den Glauben an das nahe Kommen Christi verloren. Verächtlich blicken die Menschen auf die Fehlschläge jener Wiederkunftsmathematiker. Sie wenden sich von der im Worte Gottes bekräftigten Wahrheit ab, dass das Ende aller Dinge nahe sei, weil sie so getäuscht worden sind. Alle, die vermessen einen bestimmten Zeitpunkt predigen, erfreuen dadurch den Feind der Seelen, denn sie fördern eher den Unglauben als das Christentum. Sie führen Schrifttexte an und lehren mit Hilfe falscher Auslegungen eine Beweiskette, die ihre Auffassungen scheinbar bestätigt. Das Fehlschlagen ihrer Prophezeiungen zeigt jedoch, dass sie falsche Propheten sind und die Worte göttlicher Eingebung nicht richtig gedeutet haben.“ (1SchZ 463f = 4T 307)

„Es wird innerhalb der Gemeinde immer Gruppierungen geben, die mit fanatischem Eifer Irrtümer feilbieten. Sie meinen, Gott habe sie dazu berufen, Zeit und Stunde der Erfüllung noch ausstehender Prophezeiungen zu enthüllen. Darüber kann Satan sich nur freuen; denn ihre ständigen Fehldatierungen schaffen Verwirrung und führen letztlich zum Unglauben.“ (2FG 85 = CKB 27 = 2SM 84 = LDE 35)

„Ich habe gehört, dass Bruder [A.G.] Daniells, so wie die Dinge liegen, einen Termin festgesetzt hat, indem er behauptet, dass der Herr in den nächsten fünf Jahren kommen werde. Nun hoffe ich, dass dadurch nicht allgemein der Eindruck entstehen wird, wir würden Termine festlegen. Solche Äußerungen sollten nicht gemacht werden. Sie richten nichts Gutes aus. Versucht nicht, auf solcher Grundlage eine Erweckung herbeizuführen; lasst vielmehr angemessene Vorsicht walten in jedem Wort, das ihr von euch gebt, damit Fanatiker nichts aufgreifen können, um emotionale Erregung hervorzurufen und den Geist Gottes zu betrüben.“ (CKB 26 = LDE 34)

„Der Herr zeigte mir, dass die Botschaft verbreitet werden muss und dass wir sie nicht an einem bestimmtem Zeitpunkt aufhängen dürfen. Ein Zeitpunkt wird nie wieder Prüfstein für uns sein. Ich sah, dass manche Leute in unsinnige Aufregung geraten, weil ihnen ein bestimmtes Datum gepredigt wird. Ich sah auch, dass die Botschaft des dritten Engels ganz gut auf eigenen Füßen stehen kann und keiner Stütze durch Festlegung eines Zeitpunktes bedarf. Diese Botschaft wird sich mit Macht ausbreiten, ihr Werk tun und dann plötzlich in Gerechtigkeit ihr Ende finden.“ (1FG 199 = 1SM 188)

„Der Herr zeigte mir, dass die Botschaft verbreitet werden muss und dass wir sie nicht an einem bestimmtem Zeitpunkt aufhängen dürfen. Ein Zeitpunkt wird nie wieder Prüfstein für uns sein. Ich sah, dass manche Leute in unsinnige Aufregung geraten, weil ihnen ein bestimmtes Datum gepredigt wird. Ich sah auch, dass die Botschaft des dritten Engels ganz gut auf eigenen Füßen stehen kann und keiner Stütze durch Festlegung eines Zeitpunktes bedarf. Diese Botschaft wird sich mit Macht ausbreiten, ihr Werk tun und dann plötzlich in Gerechtigkeit ihr Ende finden.“ (1FG 199 = 1SM 188)

„Die Verkündigung einer bestimmten Zeit für das Gericht war durch die Verkündigung der ersten Engelsbotschaft von Gott vorgesehen. Die Berechnung der prophetischen Zeit als Grundlage der Botschaft, die den Ablauf der 2300 Tage auf den Herbst 1844 festsetzte, ist unbestritten. Die wiederholten Versuche, neue Daten für den Anfang und das Ende dieser prophetischen Zeit zu finden und die unseriösen Argumente, die notwendig waren, um solche Standpunkte zu stützen, lenkten die Menschen nicht nur von der gegenwärtigen Wahrheit ab, sie schürten auch die Verachtung für jeglichen Versuch, Prophezeiungen zu erklären. Je öfter eine bestimmte Zeit für die Wiederkunft festgesetzt und je weiter diese Ansicht verbreitet wird, desto mehr dient dies Satans Zielen. Wenn die erwartete Zeit verstreicht, häuft er Spott und Hohn auf die Verfechter dieser Auffassung und bringt so die große Adventbewegung von 1843 und 1844 in Misskredit. Wer in diesem Irrtum verharrt, wird letztlich ein Datum festsetzen, das weit über die Wiederkunft hinausreicht. Er läuft Gefahr, sich in falscher Sicherheit zu wiegen, und wird erst aufwachen, wenn es zu spät ist.“ (VSL-T 414 = GK 456 = GC 457)

Keine Spekulationen

„Wir sollen weder den genauen Zeitpunkt für die Ausgießung des Heiligen Geistes noch für das Kommen Christi wissen … Warum hat uns das Gott vorenthalten? Selbst wenn er es getan hätte, würden wir davon nicht in rechter Weise Gebrauch machen. Eine solche Kenntnis würde nur das Werk Gottes, ein Volk für diesen Tag vorzubereiten, nachhaltig verzögern. Wir sollen nicht in einer Erregung über den Zeitpunkt leben … Niemand kann sagen, dass er in einem, in zwei oder fünf Jahren kommen wird, noch können wir behaupten, dass es nicht vor zehn oder zwanzig Jahren geschehen könnte.“ (CKB 25 = LDE 33)

„Wenn Leute den Termin der Wiederkunft Jesu festlegen, ist das ein Zeichen dafür, dass ihre Botschaft falsch ist. Niemand ist von Gott befugt, solch ein Datum zu nennen oder zu sagen, Jesus würde in fünf, zehn oder zwanzig Jahren kommen.“ (2FG 112 = 2SM 113)

„Christus sagt seinen Jüngern, dass der Zeitpunkt seines Erscheinens im Verborgenen liegt. Es wird Leute geben, die behaupten, die Zeit dieses gewaltigen Ereignisses zu kennen. Mit großem Ernst erstellen sie einen Zeitplan für die Zukunft, die der Herr mit einer dichten Wolke umgeben hat, damit der Tag, der Monat und selbst das Jahr unbekannt bleiben.“ (Signs of the Times, 6.10.1898)

„Lasst alle unsere Geschwister vor jedermann auf der Hut sein, der für die Erfüllung der Weissagung des Herrn über sein Kommen oder einer anderen Weissagung von besonderer Bedeutung eine Zeit festsetzt … Man muss ihnen entgegentreten, nicht weil sie schlechte Männer sind, sondern weil sie Lehrer des Irrtums sind und weil sie sich bemühen, dem Irrtum den Stempel der Wahrheit aufzudrücken.“ (ZP 44 = TM 55)

„Immer wieder bin ich davor gewarnt worden, Daten festzusetzen. Das Volk Gottes wird niemals wieder eine Botschaft erhalten, die auf Zeitberechnungen beruht. Wir sollen den Zeitpunkt weder für die Ausgießung des Heiligen Geistes noch für die Wiederkunft Christi wissen.“ (1FG 198 = 1SM 188)

„Den Tag aber und die Stunde seiner Wiederkunft hat Christus nicht offenbart. Er sagte seinen Jüngern deutlich, dass er selbst ihnen den Tag oder die Stunde seines zweiten Kommens nicht bekannt geben könne: ,Von dem Tag aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.‘ (Matthäus 24,36) Wäre es ihm freigestanden, ihnen die genaue Zeit zu offenbaren, warum sollte er sie dann ermahnt haben, in ständiger Erwartung zu bleiben? Es gibt Menschen, die behaupten, genau zu wissen, an welchem Tag und zu welcher Stunde Christus erscheinen wird. Ernsthaft bemühen sie sich darum, den Ablauf der Zukunft festzulegen. Doch der Herr hat sie davor gewarnt, diesen Grund zu betreten. Der genaue Zeitpunkt der Wiederkunft des Menschensohnes ist Gottes Geheimnis.“ (SDL-T 614 = LJ 630 = DA 632)

Kein Datum nach 1844

Für Ellen White war klar, dass das Jahr 1844 das letzte Datum ist, das prophetisch errechnet werden kann. Für die Zeit nach 1844 können und dürfen daher keine Daten mehr gesetzt werden.

„Bei unserer Versammlung in Jackson habe ich diesen Fanatikern nachdrücklich gesagt, dass sie die Arbeit Satans tun. Aber sie waren unbelehrbar und behaupteten nach wie vor, dass beispielsweise die Prüfungszeit im Oktober 1884 zu Ende gehen würde. Der Herr hat mir gezeigt, dass es in der von ihm nach 1844 gegebenen Botschaft keinerlei zeitliche Festlegungen mehr gibt.“ (2FG 74 = CKB 27 = 2SM 84 = LDE 35)

„Der Herr hat mir gezeigt, dass die dritte Engelsbotschaft den zerstreuten Kindern Gottes verkündigt werden muss, aber dass sie nicht an Zeit gebunden werden darf. Ich sah, dass manche durch Festsetzung der Zeit in eine falsche Aufregung gerieten; doch die dritte Engelsbotschaft ist mächtiger als Zeitbestimmungen. Ich sah, dass diese Botschaft ihre eigene Grundlage hat und keiner stärkenden Zeitbestimmung bedarf.“ (FS 65 = EW 75)

„Unsere Haltung hat immer darin bestanden, zu warten und zu wachen, ohne Verkündigung einer bestimmten Zeit zwischen dem Abschluss der prophetischen Zeiten im Jahr 1844 und der Zeit des Kommens unseres Herrn.“ (CKB 27 = LDE 36)

Zusammenfassung und Auswertung

Versuchen wir, die Gedanken von Ellen White zusammenzufassen:

  1. Nach 1844 gibt es keine Daten mehr, die irgendwie errechnet werden könnten.
  2. Wenn zuvor angekündigte Daten nicht eintreffen, schadet dies dem Vertrauen in die Prophetie.
  3. Wer Daten nennt, handelt gegen den ausdrücklichen Willen Gottes.
  4. Wenn zu Lebzeiten von Ellen White Daten genannt wurden, hat sie sich deutlich gegen diese Spekulationen geäußert.
  5. Das Nennen von Daten erregt zwar die Emotionen, führt aber leider nicht zu wahrer Erweckung.

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